Als Hahnbach Feuerwehr-Geschichte schrieb

 

Die Löschgruppe 1961

 

Die gesamte Löschgruppe, gemeinsam mit den Schiedsrichtern, Bürgermeister Bernhard Lindner (1. v. r.) und Anton Platzer jun. (3. v. r.), Gruppenführer der Gruppe 3 von 1959

 

(Florian Schlegel) 12. Juli 1959: Die Feuerwehr Hahnbach macht das Leistungsabzeichen. Als erste Landwehr in Bayern traten hier gleich drei Gruppen auf einmal an. Eine besondere Episode in der Geschichte der Wehr. Grund genug, sie jetzt noch einmal neu aufleben zu lassen.

Die Hahnbacher Wehr machte also jetzt das Löschabzeichen aus den 1950er-Jahren noch einmal. Aktuell mit Schiedsrichtern aus dem Landkreis und aus Regensburg. 1959 waren die drei Feuerwehr-Gruppen pünktlich um 9 Uhr im Schulhof angetreten. Ihr Brandmeister Eduard Siegert meldete das an Kreisbrandmeister Wiesgickl. Zur Abnahme waren die Herren Branddirektor Stadler und Keppner vom Landesamt für Feuerschutz aus München erschienen. Die beiden waren skeptisch: Sie konnten sich nicht gut vorstellen, dass es einer Land-Feuerwehr zuzumuten sei, diese Leistungsprüfung abzulegen.

Weitere Gäste waren Kreisbrandinspektor Kredler, Kreisbrandmeister Lehner, die beiden Hahnbacher Bürgermeister Strobl und Heldmann mit dem vollständigen Gemeinderat sowie viele Kommandanten aus dem Landkreis. Unter den aufmerksamen Blicken der vier Schiedsrichter von der Feuerwehr Amberg liefen dann die Prüfungsaufgaben. Vor Schweiß triefend erfuhren die Männer danach, dass sie aufgrund ihrer Leistungen bestanden hatten.

Kredler beglückwünschte die 27 Männer zur bestandenen Leistungsprüfung. Er gratulierte aber aber auch der Gemeinde: Die Feuerwehr Hahnbach sei die erste Landwehr in Bayern (auch die erste Feuerwehr überhaupt im Altlandkreis Amberg sowie im Landkreis Amberg-Sulzbach), die die Leistungsprüfung abgelegt habe. Kredler betonte, es sei sehr beruhigend, eine schlagkräftige Feuerwehr auf dem Lande zu wissen.

Das Leistungsabzeichen wurde in der Mai-Ausgabe der Brandschutz-Zeitschrift “Brandwacht” 1959 offiziell veröffentlicht und den Feuerwehren zur Abnahme freigegeben. Die Richtlinie dazu orientierte sich an der Übungsordnung für die Bayerischen Feuerwehren “Die Löschgruppe” von 1956. Ziel war es, angesichts des sehr unterschiedlichen Ausbildungsstandes bayernweit ein einheitliches Niveau in der Arbeit der Feuerwehren zu schaffen. Die Leistungsprüfung bot dem Kreisbrandinspektor (KBI, heute Kreisbrandrat/KBR) und auch den Obrigkeiten der Gemeinde die Möglichkeit, sich von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr zu überzeugen.

Anlässlich des 60 Jahrestages trat neben zwei Gruppen, welche das Abzeichen nach aktuellen Vorgaben ablegten, auch eine Gruppe an, welches sich der Aufgabe stellen die Geschichte nochmals aufleben zu lassen. in mühevoller Kleinarbeit hat sich Kommandant Michael Iberer in das Regelwerk eingearbeitet, welches doch erheblich von den heutigen Vorgaben abweicht. So wurde damals sehr viel Augenmerk auf Präzision und genaue Aufgabenverteilung gelegt. Heute haben hier die Feuerwehren viel mehr Ermessensspielraum. Als Schiedsrichter konnten für dieses Ereignis Kreisbrandrat und Bezirksverbandsvorsitzender Fredi Weiß, Leiter der Berufsfeuerwehr Regensburg Leitender Branddirektor Johannes Buchhauser und Ehrenkreisbrandrat und -Kommandant Franz Iberer gewonnen werden. Unter den Aufmerksamen Augen von zahlreichen Gästen, darunter einige Teilnehmer von damals konnte die Leistungsprüfung mit Erfolg abgelegt werden.

Angetreten waren hier:
Hermann Siegert (Sohn von Eduart Siegert, damals Gruppenführer Gruppe 1); Günter Berger (Sohn von Karl Berger, damals Schlauchtruppführer Gruppe 1); Dominik Preuß (Enkel von Karl Berger, wie vor); Werner Berger (Sohn von Hans Berger, damals Schlauchtruppführer Gruppe 3), Manfred Wismeth (Sohn von Xaver Wismeth, damals Maschinist Gruppe 2), Annemarie Lindner; Stefan Gericke, Michael Iberer und Richard Schuster.

Nicht nur historisches Gewand, auch einige Ausrüstungsgegenstände von damals waren mit am Start:
Tragkraftspritze/TS8/8, Firma Ziegler (Baujahr 1959), Saugschläuche, Handlampen, Feuerwehräxte, Kombieinheit Verteiler/Druckbegrenzungsventil, Kupplungsschlüssel, Kübelspritze.

Im Anschluss an die Abnahme traf man sich noch im Gerätehaus, wo man die Erinnerungen nochmals aufleben lies (u.a. mit einem Video von damals)

Die Gerätschaften fertig aufgelegt für die Abnahme

 

Die Pumpe wurde in Stellung gebracht. Nun folgt das Saugleitungkuppeln

 

Das Saugschlauchkuppeln: Die Feuerwehr von heute zeigt, wie es damals war
Der Maschinist (Gerätewart Manfred Wismeth) macht die Pumpe von 1959 einsatzbereit. Die Pumpe leistet auch heute noch treue Dienste im Einsatz

 

Die Schiedsrichter (von links): Ehren-Kreisbrandrat Franz Iberer, Kreisbrandrat und Bezirksverbandsvorsitzender Fredi Weiß, Leitender Branddirektor Johannes Buchhauser (Berufsfeuerwehr Regensburg)