Geschichte

 

Da unser Heimatort wegen der Wehrfähigkeit als Reihenort in enger Bauweise, unter Verwendung von feuergefährlichem Baumaterial wie Holz, Schindel und Stroh errichtet war, trug der Umgang mit offenem Feuer oft die Schuld an großen Bränden. So brannte nach der Landkreischronik 1457 die obere Hälfte von Hahnbach ab. Wenn in dieser Zeit das Feuer der Hut des Menschen entglitt und in rasender Gefräßigkeit alles verschlang, was ihm im Wege stand, dann deuteten es die Menschen als Geisel Gottes, der die dich hilflos und wehrlos zu beugen hatten. Erst einige Jahrhunderte später überwand der Mensch allmählich diese Einstellung und suchte nach Mitteln, um der Gewalt des Feuers wirksam begegnen zu können. Zuerst waren es die Städte, die im Mittelalter durch Feuerlöschordnungen dazu Wege anbahnten. Doch auch auf dem Lande wehrten sich die Leute immer mehr gegen die Feuersbrunst. Daher war es auch dem Bürgermeister und Rat des Marktes Hahnbach eine ernste Sorge, Vorkehrungen gegen die Feuersgefahr zu treffen. Freilich reichten diese oft im Katastrophenfall nicht aus, was im Jahre 1811 die Kommunaladministration Hahnbach wohl erkannte. Am 14. August 1811 musste sie dem Generalkommissariat des Regenkreises folgendes berichten:

Die Feuerwehrgerätschaften sind beim Markt Hahnbach zu wenig und nicht hinreichend, einer entstehenden Feuersbrunst mit den geeigneten Rettungsmitteln begegnen zu können. Es sind daher 3 Wasserstufen zu jedem der 5 Marktbrunnen, 7 Feuerleitern und 5 Feuerhaken höchst notwendig, wozu ein Kostenaufwand von 138 Gulden und 15 Kreuzer erforderlich waren. Die Regierung des Regenkreises scheint dem Markt Hahnbach die nötige Hilfe gewährt zu haben. Denn die in der Kommunalabrechnung 1813/14 aufgeführte Ausstattung an Feuerlöschgeräten konnte sich sehen lassen. Es waren vorhanden: 5 Schüpfen (3 neu), 17 Feuerleitern (davon 6 neu), 6 Haken und 3 Wasserkufen, die man 1812 neu beschaffen hatte. Von den ursprünglich vorhandenen 22 Feuereimern waren jedoch nur noch 8 aufzufinden, weil die übrigen 14 dei der Feuersbrunst im Lager der Franzosen, die 1812 unter Napoleon gegen Russland marschiert, zugrunde gegangen waren. So blieb man auf die noch bei der Bürgerschaft vorhandenen 24 Eimer angewiesen. Die Feuersbrunst im Franzosenlager und die Unwetterkatastrophe von 1812 waren noch nicht vergessen, als ein neues Unheil über den Markt heraufzog. Da es sich um eine schwere Brandkatastrophe handelte, soll sie in der Feuerwehrchronik nicht unerwähnt bleiben. Am 28. August 1819 brach gegen 22 Uhr in dem Ökonomiegebäude des Posthalters Heser, wohl durch Fahrlässigkeit eines Dienstboten, Feuer aus, das rasch um sich griff und die ganze südliche Hälfte des Marktes einäscherte. Alle verfügbaren Kräfte des Marktes mit ihren Gerätschaften und auch Hilfe aus den Nachbarorten konnten des Unheil nicht verhindern, sondern nur eindämmen, sonst wäre der ganze Markt ein Raub des Flammen geworden. Die mit Heu und Stroh gefüllten und zum größten Teil mit Stroh bedeckten Stadeln hinter den Häusern boten dem Feuer reiche Nahrung. Dieser Brand bewirkte, dass der Posthalter Heser - eine allgemein geachtete Persönlichkeit - es nicht verwinden konnte, dass das Unheil für den Markt Hahnbach in seinem Anwesen den Anfang genommen hatte. Sein früher Tod am 8. Dezember 1821 war die Folge der großen Aufregung. Es konnte noch als weitere Folge des Brandes aus der Chronik des Marktes Hahnbach entnommen werden, dass mit Schluss des Rechnungsjahres 1823/24 der Markt Hahnbach seine 1817 wiedererlangte Magistratsverfassung aufgab und Landgemeinde wurde.

Wegen der Katastrophe stellte die Regierung noch im Jahre 1819 dem Markt Hahnbach für die Anschaffung von Feuerlöschgeräten einen Betrag von 1060 Gulden zur Verfügung, der an den Glockengießer Josef Perdold in Amberg zu entrichten war. Man bezog 1820 zwei Feuerspritzen, nachdem Perdold entsprechende Angebote mit genauen technischen Daten vorgelegt hatte. Bis aber Hahnbach eine Feuerwehr erhielt, vergingen noch sechs Jahrzehnte. Am 7. Oktober 1872 konnte Bürgermeister Urban dem Bezirksamt Amberg melden, dass der Markt die Aufforderung - nämlich der Aufstellung deiner Art Pflichtfeuerwehr - nachgekommen war. Diese Meldung geschah durch Vorlage von Statuten und Mitgliederverzeichnisses. Doch die Gründung einer freiwilligen Wehr erfolgte erst am 11. Mai 1884 auf Initiative von Johann Lorenz.


Die Gründungsfeuerwehr setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen
Vorstand: Jakob Urban - Bürgermeister
Hauptmann und Kommandant: Johann Igl - Ökonom
Adjutant: Johann Iberer - Händler
Rottenführer der Löschmannschaft: Johann Schwarz - Schmiedemeister
Rottenführer der Rettungsmannschaft: Jakob Lehner - Kaufmann
Spritzenführer: Josef Kunst - Schmiedemeister
Spritzenführer: Martin Strobl - Zimmermann
Ersatz: Konrad Kotz - Metzger und Ökonom
Steiger: Franz Birkl - Bäcker
Steiger: Wenzel Böhm - Schuhmacher
Steiger: Johann Eger - Tagelöhner
Ordnung: Math. Engelhard - Ökonom
Ordnung: Alois Englmeier - Tagelöhner
Ordnung: Bernhard Ertl - Tagelöhner
Steiger: Johann Falk - Metzger
Spritzer: Edmund Friedl - Sattler
Signalist: Josef Himmer - Schneider
Signalist: Jakob Huber - Schreiner
Signalist: Josef Huber - Türmer
Steiger: Johann Käufl - Weber und Ökonom
Spritzenführer: Johann Kummert - Vikt.-Händler
Steiger: Josef Lindner - Zimmermann
Steiger: Johann Lobenhofer - Binder
Ehrenkommandant: Johann Lorenz - Straßenwärter
Ordnung: Johann Mock - Ökonom
Spritzer: Johann Oppitz - Hafner
Sanitäter: Johann Pöhlmann - Bader
Spritzer: Max Puff - Schmied
Ordnung: Hubert Rauch - Händler
Spritzer: Johann Siegert - Gastwirt
Spritzer: Andreas Trösch - Postbote
Spritzer: Baptist Trösch - Ökonom und Wirt
Spritzer: Johann Trösch - Ökonom
Steiger: Johann Winter - Zimmermann
Steiger: Georg Winter - Maurer
Steiger: Anton Wild - Hafner

Wie wichtig in Hahnbach der Feuerschutz gehalten wurde, zeigt, dass schon der Gründungsvorstand, Bürgermeister unserer Gemeinde war und dass bei der weiteren Aufzählung von Vorständen noch einige Bürgermeister zu finden sind. Mit Stolz kann angeführt werden, dass die Freiwillige Feuerwehr Hahnbach von 1897 bis 1916 den Stellvertreter des Distriktvertreters des Feuerwehr - gleichgestellt dem heutigen Kreisbrandinspektor - stellte. Es war dies Josef Trösch - Bürgermeister, Ökonom und Kaufmann.
Nachdem der Gründungsvorstand Jakob Urban 1897 aus Altersgründen die Führung des Vereins niedergelegt hatte, übernahm Josef Weigel, Hauptlehrer von Hahnbach (1897 - 1919) den Vorsitz.

Ihm folgten von:
1919 - 1926 Johann Käufl, Ökonom und Weber,
1926 - 1932 Josef Lobenhofer, Ökonom und Binder,
1932 - 1935 Wendelin Trösch, Kaufmann.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Vereinstätigkeit der Hahnbacher Feuerwehr verboten.

Nach Krieg und Nachkriegswirren reif man den Verein 1948 wieder ins Leben. So wurde am 27.7.1948 Anton Platzer sen. zum Vorstand gewählt. Er hatte dieses Amt bis 1951 inne. Es folgten folgende weitere Vorstände:
1951 - 1958 Johann Strobl, Ökonom und Bürgermeister,
1958 - 1963 Alois Trösch, Kraftfahrer,
1963 - 1978 Alfred Fleischmann, Straßenmeister,
ab 1978 Ludwig Graf, Elektriker.

So notwendig es für die Führung des Vereins ist, einen guten Vorstand zu haben, so wichtig ist es, den aktiven Männern einen guten Kommandanten vorzustellen. Seit 1884 befehligten folgende Männer die aktive Wehr:

Johann Igl, Josef Trösch, Johann Baptist Trösch, Josef Lobenhofer,
Johann Winkler, Johann Baptist Förtsch, Josef Falk, Xaver Winter,
Alois Trösch, Josef Falk, Georg Winkler, Eduard Siegert und Walter Trösch.

Viel Unternehmungsgeist und Opferbereitschaft erforderte die Anschaffung einer prächtigen Fahne - und dies bereits 3 Jahre nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hahnbach im Jahre 1887. Sie wurde im Kloster Michelfeld angefertigt. Dieselbe Fahne wird auch heute noch unserer Wehr vorangetragen.


Die technische Entwicklung des Feuerwehr

Wie in allen Bereichen unseres Lebens, so machte auch bei der Hahnbacher Feuerwehr die atemberaubende technische Entwicklung unseres Jahrhunderts nicht halt.

Gehen wir zurück in das Jahr 1813, so können wir aus der damaligen Kommunalrechung - wie eingangs dieser Chronik erwähnt - folgende Ausrüstungsgegenstände des Marktes Hahnbach zur Feuerbekämpfung kennenlernen:

5 Schüpfen, 17 Feuerleitern, 6 Haken und 3 Wasserkübel.
7 Jahre später erfolgte die Anschaffung zweier Feuerspritzen.

1872 verfügte der Markt Hahnbach über 3 Spritzen, von denen 2 aus dem Jahre 1820 stammten, während die dritte eine zweirädrige Druckspritze war. (Letztere ist ein Geschenk der Münchner-Aachener-Mobiliar-Versicherung aus dem Jahre 1867).

Um die Jahrtausendwende - eine organisierte Feuerwehr war seit 1884 tätig - konnte eine vierrädrige Saug- und Druckspritze angeschafft werden. Die aufgeführten Feuerspritzen mussten zum Einsatz im Ortsbereich von den Wehrmännern geschoben werden. Zum Transport in die Nachbargemeinden wurden Pferde davorgespannt.

Immer öfter musste man erkennen, dass zur effektiven Brandbekämpfung eine Feuerleiter vonnöten war. Man entschied sich für eine ausdrehbare Leiter mit einer Gesamtlänge von 20 m.

Die Gemeinde war im Jahre 1919 - als man dieses Gerät forderte - finanziell nicht in der Lage, den Kaufpreis von 3000 RM aufzubringen. Nur durch Spenden und Beiträge der Mitglieder konnte der Kauf getätigt werden.

Die finanzielle Not der Marktgemeinde hielt auch weiterhin an. Der Kauf der ersten Motorspritzen 1930 war nur durch den freiwilligen Verzicht des damaligen Bürgermeisters Riß aus seine ihm zustehende Bürgermeistervergütung möglich.

Die verheerenden Luftangriffe des zweiten Weltkrieges forderten einen mobilen Löscheinsatz. So erhielt die Feuerwehr Hahnbach 1943 ihr erstes Feuerwehrauto, Marke Mercedes, zugeteilt.

Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Kriege ermöglichte es der Marktgemeinde Hahnbach, ihre Feuerwehr nach dem jeweiligen neuesten Entwicklungsstand auszustatten:

1961 - Übergabe LF 8
1967 - Zuteilung eines Schlauchkraftwagens
1974 - Bezug des neuen Feuerwehrhauses
1975 - Lieferung eines TLF 16 


Quelle: Festschrift "100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hahnbach"